Pädagogisches Konzept

Im Umgang mit Kindern ist es mir sehr wichtig, respektvoll und freundlich den Kindern gegenüber zu treten. Kinder sollen sich bei mir sicher und geborgen fühlen und gerne zu mir kommen. Das ist die Voraussetzung für eine gesunde, vielfältige Entwicklung des Kindes. Gleichzeitig ist für mich die Betreuungsqualität von großer Bedeutung.
Sie als Eltern müssen ein gutes Gefühl haben, wenn Sie Ihr Kind in eine Tagespflege geben. Sicherlich fragen Sie sich, wie die Atmosphäre ist, wie die Räumlichkeiten ausgestattet sind, welche pädagogischen Angebote gemacht werden, was gekocht wird, wie die Eingewöhnungsphase abläuft und und und.
Daher werde ich mich bemühen, auf alle Fragen stets offen einzugehen und unseren Alltag mit Kindern für die Eltern möglichst transparent zu machen.

Rituale, Gebräuche:

Rituale, Gebräuche etc. sind nicht nur für uns Erwachsene wichtig, sondern sogar noch wichtiger für kleine Kinder. Sie helfen ihnen, sich geborgen zu fühlen und regen das Gedächtnis und Denkvermögen an.

Für einen guten Start in den Tag ist für mich der Morgenkreis mit einem Lied zur Begrüßung wichtig, sowie das Händewaschen vor dem Essen und ein Spruch am gedeckten Tisch. Gerne würde ich auch die Rituale der Familien aufgreifen und in unseren Alltag integrieren.

Regeln:

Regeln und Grenzen sind mir wichtig. Natürlich sind nicht immer alle Regeln bei den Kindern beliebt, dennoch sind sie von Bedeutung:

  • Es darf nicht gehauen, getreten, gekniffen oder geschubst werden.
  • Es darf zu Ende gespielt werden, bevor das Spielzeug abgegeben wird.
  • Wenn jemand das Spielzeug von Zuhause mitbringt, dürfen alle Kinder damit spielen bzw. wenn von Zuhause Leckereien mitgebracht werden, wird mit allen Kindern geteilt.
  • Im Gruppenraum wird nur mit Hausschuhen gelaufen.
  • Gegessen wird nur am Tisch und nur im Sitzen.
  • Vor dem Essen wird aufgeräumt.

Wichtig ist es, in so einer Situation konsequent zu bleiben und eine klare Linie zu halten. Ankündigungen müssen umgesetzt werden und Konsequenzen folgen, die Kinder sollen mich schließlich ernst nehmen.
Ich versuche deswegen, die Situation vorauszudenken, um später zu wissen, wie ich reagiere. Ich lasse mich nicht auf lange Diskussionen ein und rede Klartext. Zum Beispiel wird das Spielzeug, wenn es nach dreimaliger Aufforderung nicht aufgeräumt wurde, von mir weggeräumt und kommt für eine Weile auf den Schrank. So bekommen die Kinder, wenn sie wieder damit spielen möchten, eine Chance, sich an die Regel zu halten.

Bei aggressivem Verhalten gebe ich dem Kind eine Auszeit, so dass es in meiner Anwesenheit kurz sitzen bleiben muss und nicht mit den anderen Kindern spielen kann.
Genauso wichtig ist es mir, die Kinder für das Einhalten der Regeln zu loben um sie in ihrem guten Verhalten zu stärken.

Bildungsauftrag

Nach §3 Absatz 1 Kinderbildungsgesetz ( KiBiz) haben alle Kindertagespflegepersonen einen Bildungsauftrag.

1. Bewegung und Motorik

Da die motorischen Fähigkeiten des Kindes unter anderem durch die Umgebung und der Haltung der Erwachsenen dem Bewegungsdrang der Kinder gegenüber beeinflusst werden, bemühe ich mich den Kindern möglichst viele Gelegenheiten
zur Bewegung und zum Erkunden zu geben. Ohne Bewegung können Kinder sich nicht altersgerecht entwickeln.
Deswegen achte ich darauf, dass meine Wohnung den Kindern vielseitige Möglichkeiten bietet sich zu bewegen und dabei sicher ist. (Zum Beispiel: gesicherte Steckdosen, Putzmittel etc. außer Reichweite der Kinder.)

Gerne baue ich mit Kindern mithilfe der geeigneten Möbel unterschiedliche Bewegungsbausteine oder Labyrinthe auf. Täglich unternehme ich mit den Kindern Spaziergänge und besuche die Spielplätze, die es in der Umgebung reichlich gibt, um dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder freien Lauf zu lassen. Kinderfahrzeuge sind dabei unsere ständigen Begleiter.
Ich lasse Kinder selber herausfinden, wofür sie bereit sind und beschränke ihre Bewegungsfreiheit nicht. Je nach Situation greife ich erst da ein, wenn es für die Kinder gefährlich zu geht.
Für die Unterstützung der Feinmotorik biete ich den Kindern Holz-Motorik-Würfel, unterschiedliche Fühlbücher, Steckspiele wie z. B. „Fantacolor Junior“ oder Holzperlen an.

2. Körper, Gesundheit und Ernährung

Für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes ist die gesunde Ernährung von einer großen Bedeutung.

Nicht zuletzt kommt auch das „Trockenwerden“. Für mich heißt das, zu schauen, wo das Kind momentan steht. Erst wenn das Kind durch die eigene Initiative signalisiert, dass es bereit ist, trocken zu werden, ist es sinnvoll, mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. Bei den meisten Kindern ist das zwischen 18 und 36 Monaten der Fall. Sauber werden ist ein Prozess wie Laufen oder Sprechen lernen. Eine zu frühe Sauberkeitserziehung kann später zu massiven Problemen und Rückfällen führen. Es soll vom Kind ausgehen, da das Kind dafür die nötige Reife braucht. Unser Ziel dabei ist es, abzuwarten, das Kind zu unterstützen und ihm zu vertrauen.

3. Sprache, Kommunikation

Die Sprachförderung in der Tagespflege richtet sich nach der kindlichen Sprachenwicklung. Meine Aufgabe ist es, die Sprachfreude bei den Kindern zu wecken, ihren Wortschatz zu erweitern und bei Sprachschwierigkeiten zu unterstützen.
Ich lege dabei großen Wert darauf, den Kindern eine sprach-anregende Umgebung anzubieten, wie z.B Fingerspiele, Bilderbücher, oder Lieder. Jedes Kind bekommt bei mir ausreichend Gelegenheit, sich sprachlich zu äußern. In Gesprächsrunden äußern die Kinder ihre Ideen, geben das Erlebte wieder, stellen ihre Fragen. Sehr wichtig finde ich außerdem, den Alltag der Kinder mit der Sprache zu begleiten, alles was wir machen, sehen, schmecken zu benennen und zu besprechen.
Dabei achte ich besonders auf meine eigene Sprache, da ich ein Vorbild für die Kinder bin.

4. Musik, Kunst

Bei mir dürfen die Kinder erleben, wie viel Freude Musik macht. Es wird bei uns getanzt, gereimt und gespielt. Mithilfe einfacher Musikinstrumente machen wir Musik und lernen dabei zuzuhören, zuzuschauen, nachzumachen und selber zu spielen.
Kinder sind ja von Natur an kleine Künstler, jedes Bild, was sie gemalt, gestaltet haben ist ein kleines Kunstwerk. In unserer Mal-Ecke haben die Kinder die Möglichkeit verschiedene Materialien wie z. B. Kleister, Farben, Rasierschaum, Naturmaterialen, die wir teilweise zusammen sammeln, kennenzulernen und damit zu experimentieren.

5. Religion

Der Bildungsauftrag der Kindergärten und somit auch der Kindertagespflege beinhaltet die religiöse Erziehung und Wertevermittlung von Kindern. In meiner Arbeit möchte ich mich hauptsächlich auf die christliche Glaubenslehre konzentrieren, jedoch den anderen Religionen aufgeschlossen gegenübertreten und mit Kindern über die unterschiedlichen Glaubensrichtungen sprechen.

6. Umgang mit Zahlen und Mengen

Kinder begegnen Zahlen und Mengen ständig in ihrem Alltag, nur bewusst ist es uns nicht immer. Spielerisch können die Kinder bei mir die ersten mathematischen Erfahrungen sammeln, wie das Erkennen von Formen, Mustern, und Strukturen. Dabei brauchen sie nicht einmal rechnen können. Wir vergleichen Mengen miteinander, klassifizieren unterschiedlichste Materialien nach Farbe, Gewicht, Form und Größe.
Und das alles passiert beim Puzzeln, Basteln, Malen, Bauen, Bilderbücher anschauen usw.

7. Umwelt und Natur

Meine Pflegestelle bzw. meine Wohnung liegt in Holthausen. Dieses Stadtviertel bietet umfangreiche Möglichkeiten, die Natur zu erleben. Egal, welche Richtung man nimmt, man kommt immer ins Grüne. Z. B. Ganz in der Nähe befindet sich der Elbroich-Park. Dort haben die Kinder die besten Möglichkeiten, visuelle, akustische, körperliche und emotionale Informationen gleichzeitig aufzunehmen und zu verarbeiten. Wir sammeln die Naturmaterialien, beobachten die Pflanzen und Tiere. Gerne machen wir beim guten Wetter ein Picknick im Park. Dabei mache ich die Kinder darauf aufmerksam, dass nichts liegen gelassen wird um die Natur zu schonen und nicht zu verschmutzen.

8. Lernen mit allen Sinnen

Kinder erobern die Welt mit allen Sinnen.
Daher biete ich den Kindern ganzheitliche Sinneserfahrungen an. Durch ein vielfältiges Angebot und unterschiedliche Materialien wie Holz, Sand, Wasser, Schaum etc., Spaziergänge und Ausflüge möchte ich den Kindern eine Möglichkeit geben, umfangreiche Erfahrungen zu sammeln.

Zusammenarbeit mit Eltern / Erziehungspartnerschaft

Die Erziehungspartnerschaft hat eine große Bedeutung in der Tagespflege. Die tägliche Kommunikation mit den Eltern ist Voraussetzung für eine gut funktionierende Tagespflege. Daher biete ich alle zwei Monate einen Spielnachmittag an. So entsteht ein Gefühl des Vertrauens und die Kinder haben eine Möglichkeit stolz vorzuzeigen, was sie alles gemacht und geschafft haben.
Oft entwickelt sich daraus eine intensive Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Grenzen, Rituale und Erziehungsvorstellungen besprochen und aufeinander abgestimmt.

Eine gute Erziehungspartnerschaft zeichnet sich meiner Meinung nach durch Folgendes aus: Respektieren die Werte, Normen, Eigenheiten usw. der jeweils anderen Seite.
Öffnen sich einander und kooperieren zum Wohle des Kindes.
Teilen die Verantwortung für die Förderung der kindlichen Entwicklung
Sind bereit für ein offenes Gespräch miteinander Vertrauen einander.

In meiner Arbeit erwarte ich, dass die Eltern mich und meine Persönlichkeit respektieren, offen und kooperativ und ehrlich zu mir sind, damit sich zwischen uns ein gegenseitiges Vertrauen entwickelt.

Eingewöhnung

Eine gute und sichere Bindung zu der Bezugsperson ist sehr wichtig für das Kind. Das Kind soll sich sicher, geborgen und wohl fühlen. Nur in dem Fall kann seine seelische Gesundheit und vielfältige Entwicklung gewährleistet werden. Mir ist es wichtig, dass die Kinder zu mir eine möglichst sichere Bindung aufbauen. Deshalb ist es notwendig, dass ich feinfühlig mit ihnen umgehe und ihre Bedürfnisse ernst nehme und vor allem, dass ich die Kinder verstehe.
Allerdings kann ein Kind eine weitere, sichere und gute Bindung nur dann eingehen, wenn eine stabile Bindung zu der Mutter bzw. Vater besteht. Deswegen ist für mich die Beziehung zu den Eltern sehr wichtig. Um ein gegenseitiges Vertrauen mit dem Kind aufzubauen, braucht man außerdem Zeit. Daher ist die Eingewöhnungsphase für mich von großer Bedeutung.
Da die Bindung Voraussetzung für das Lernen und vielseitige Entwicklung des Kindes ist, möchte ich den Kindern die Gelegenheit geben, im Beisein ihrer Eltern, allmählich mit der Tagespflegeperson vertraut zu werden.
Die Eingewöhnungsphase gestalte ich nach den Richtlinien des „Berliner Eingewöhnungsmodells“.
Das erste Treffen findet noch vor der eigentlichen Eingewöhnung statt. Da werden die Gewohnheiten oder eventuellen Auffälligkeiten des Kindes besprochen.
Während der ersten drei Tage lasse ich die Bezugsperson (nach Möglichkeit soll das Kind die ganze Eingewöhnungszeit von derselben Person begleitet werden) mit dem Kind für eine bis zwei Stunden kommen. Diese Phase nennt man Grundphase. In der Zeit wird kein Trennungsversuch unternommen. Ich lasse den Kindern gerne einen Gegenstand von Zuhause mitbringen, der den Kindern Nähe vermittelt und die Eingewöhnung erleichtert.

Die Bezugsperson soll sich passiv verhalten, das Kind nicht drängen sich zu entfernen und sich darüber im Klaren sein, dass ganz viele Kinder in der Zeit ganz nah an den Eltern bleiben.
Ich dagegen nehme vorsichtig Kontakt zu dem Kind auf, mache Spielangebote und beobachte das Kind.
Ab dem vierten Tag übernehme ich die Versorgung des Kindes und unternehme einen Trennungsversuch. Die Bezugsperson verabschiedet sich von dem Kind, verlässt für eine Viertel- bis halbe Stunde den Raum, bleibt jedoch in der Nähe.
Wenn die Trennung gut klappen sollte, das Kind sich schnell beruhigen lässt, wird die Trennungszeit verlängert. Wenn das Kind sich jedoch nicht trösten lässt bzw. immer wieder zu weinen anfängt, spricht man von einer längeren Eingewöhnung (ca. drei Wochen). In dem Fall unternehme ich einen neuen Unternehmungsversuch erst wieder am 7. Tag.
Bei einem gut gelungenen Trennungsversuch wird wie gesagt die Trennungszeit verlängert, bis die Eltern gehen können. Sie müssen aber auf Abruf da sein. Das nennt sich Stabilisierungsphase.
Meiner Meinung nach ist die Eingewöhnung abgeschlossen, wenn das Kind meine Nähe sucht und sich von mir trösten lässt, auch wenn der Abschied von der Bezugsperson immer noch schwerfällt.

Was einem Kind die Eingewöhnung öfter enorm erleichtert, ist ein von Zuhause mitgebrachter Gegenstand, es kann sowohl ein Kuscheltier als auch Mamas Halstuch sein. Das Kind hat das Gefühl, ein Stück der vertrauten Umgebung dabei zu haben.
Es wirkt sich auf positiv auf die Eingewöhnung aus, wenn das Kind Erfahrung im Umgang mit anderen Kindern hat und öfter einen Spielplatz oder eine Spielgruppe besucht hat.
Die Eltern müssen Vertrauen sowohl in die Tagesperson als auch in das eigene Kind haben, da die Kinder sehr schnell spüren, wenn etwas nicht stimmt.
Die Eltern sollen sich immer kurz und gleich von den Kindern verabschieden und die Kinder bei der Wiederkehr herzlich begrüßen. Und natürlich dürfen die Eltern auf gar keinen Fall zu spät als abgesprochen wiederkommen und die Kinder warten lassen.

Beobachten und Dokumentieren

Um die einzelne Fortschritte der Kinder fest zu halten und um meine Arbeit für die Eltern transparenter zu machen, lege ich für jedes Kind einen Ordner an.
Dort hinein schreibe ich zum Beispiel die ersten Wörter oder Sätze, die die Kinder gesprochen haben. Die ersten Kunstwerke finden auch einen entsprechenden Platz in dem Ordner. Außerdem alles, was ich sonst noch für wichtig halte: die ersten Ängste oder Erfolge, was Kinder besonders lecker finden oder gar nicht mögen, womit sie gerne spielen, welche sie Freunde haben, wie schnell sie wachsen und vieles andere mehr.